Juergen Czwienk
Titel
"Zanzibar"

Koordinaten ♁6° S, 39° O
Meerblick auf die Gewürzinsel Sansibar. In der Mitte des Bildes: Der Lauf der Sonne am Äquator auf dem afrikanischen Kontinent. Feuerrot stürzt sie in den Horizont, wo sich normalerweise am Mittelmeer das berühmte "Grüne Leuchten" zeigt.

Insgesamt 7 Tage, bei Sonnenschein und Regen, hing die kleine, schwarze Blackbox gut versteckt in einem Baum. Die extremen Gezeiten des Meeres an diesem Strandabschnitt bilden sich bei dieser Technik nicht ab.

Wie eine Fata Morgana erscheinen Palmen. Vielleicht sorgt die tropische Schwüle für den gelblichen Farbton, der in unseren Breiten so nicht zu sehen ist.

Das Format ist eine Mindestgröße. Original Edition, 1/5 signiert ohne Rahmung

30 x 3 x 20 cm
 900,00
  • Pencil Of Nature, Juergen Czwienk
  • Wipfelglück
  • Herstellungsprinzip

    Der Betrachter meiner Bilder erhält einen archaischen Blick auf die Natur kennen und erfährt eine neue Sichtweise auf die Natur. Ich arbeite wie ein Komplize der Natur und nehme keinen Einfluss auf die Entstehung der Bilder, die bei der Camera Obscura allein durch Sonnenprojektion entstehen. Eine Welt zwischen Malerei und Fotografie, deren Ästhetik neu gelesen werden kann. Der englische Fotopionier William Fox Talbot beschrieb 1824 diese Technik als „photogenic drawing“. Der Zeichenstift der Natur.

    Unschärfe ist dabei ein wesentliches Element. Wie Sternschnuppen zeichnet die Sonne ihren Lauf und je nach Dauer der Hängung einer Camera Obscura entsteht eine unbekannte Welt, die sehr zauberhaft daherkommt. Rätselhaft und voller natürlicher Schönheit kann der Betrachter – wie die Romantiker – seine Seele darin widerspiegeln. Es geht mir ganz bewusst um eine „Archaik des Sehens“ und eine Art der Be-romantisierung, mit der wir uns der Natur wieder ganz unbefangen nähern können.

    Manche Tiere nehmen die Welt nach demselben Prinzip wahr wie die Camera Obscura: Die Riesenmuschel zum Beispiel, das Perlboot (Nautilus) und eine seltene Pythonart. Deren primitives Sehorgan funktioniert ebenfalls wie ein primitives Loch Auge (pinhole eye). Ein Lichtstrahl fällt durch ein kleines Loch und trifft auf Nervenzellen. Auf dieser Basis hat sich auch einst das menschliche Auge entwickelt. So gesehen handelt es sich um einen animalischen Blick in die Welt.

    Dieses Prinzip war schon in der Antike dem Denker Aristoteles bekannt (384-332 v. Chr.)  Aber genau so entstehen bis heute die Bilder auch auf unserer Netzhaut – aber eben nur auf dem Kopf! Erst die korrigierende Leistung unseres Gehirns richtet das Bild in korrekter Weise ein, damit wir uns in der Welt zurechtfinden können.

    Hier kann für das Bild in einer Aktion des HR abgestimmt werden. Es ist Bild Nr. 3

    Zum Literaturland Voting

     

    Using simple means to make art: sometimes a plastic box lined with photosensitive material can suffice. Wiesbaden/Germany based visual artist Jürgen Czwienk turned to this wonderfully modest technique when it came to capturing various corners of Duke Ostein’s forest (Niederwald) over a year-long period. He fixed hundreds camera obscuras within the forest, allowing nature to take a self-portrait, slowly and in her own stride. The result: some images are filled with light and vibrant colors, others more diffuse – fragments of a mysterious landscape. Visitors of the forest may compare the real in situ views with the dreamy, magical results created by the instrument that ultimately paved the way and led to the photographic camera. An archaeology of seeing and digging for a romantic perspective on nature.

  • In erster Linie als Autor und Regisseur im Bereich von Musik, Geschichte und Kunst tätig. Filmportraits über Christoph von Dohnányi, Kent Nagano und Günter Wand; szenische Portraits über Brahms, Bruckner und Schumann (ZDF) dokumentieren meine Leidenschaft für die klassische Musik.

    In den letzten Jahren liegt auch Social Media im Schwerpunkt meiner Arbeit: 2014/15 Autor für das Kapitel „Romantische Musik“ in der App Impuls Romantik. Aufgewachsen im Rheingau führe ich auch seit zwei Jahren zahlreiche Besucher in den Niederwald, da mir ist die Verbindung und unmittelbare Erfahrbarkeit von medialen Inhalten und Realität immer wichtiger wurde!

    Seit 1915 verfolge ich das Kunstprojekt „Pencil of Nature“, dessen Camera Obscura Technik einen romantischen Blick auf einen Wald etablieren soll, der als frühromantische Parkwald angelegt wurde.  

    Meine Lieblingskomponisten: Brahms und Buckner. Lieblingsfilmmusik: The Village – Das Dorf mit dem Soundtrack von Hilary Hahn.

  • Geplante Kunst- und Mitmach-Aktion „Sonnenzeit“ Juni 2017

    Die Umsetzung

    Über einen Zeitraum von 4 Wochen im Sommer 2017 erhalten die Besucher und Anwohner des Niederwaldes die einmalige Chance, ihren Besuch in Form einer einzigartigen Erinnerung selbst festzuhalten. Statt Schnappschüssen und Smartphone-Selfies werden sie zu Komplizen der Natur und erfahren eine neue Qualität ihres Zeitgefühls. Erst nach 7-10 Tagen können sie die Aufnahmen, die von der Natur selbst hergestellt werden, in einer Datenbank im Internet einsehen. In einer kleinen Box finden sich alle Utensilien und eine Anleitung.

     

    Die Technik

    In einer begehbaren Blackbox wird das Live-Bild einer Camera Obscura vorgeführt und dient allen Teilnehmern als sichtbare, ästhetische Referenz. Dieses Live-Bild vermittelt die Chance, an einem geschichtsträchtigen Ort eigene poetische Ansichten herstellen zu können. So ensteht bei den Teilnehmern einen romantischen Blick auf Stück Welt, das sie jederzeit an der Wirklichkeit vergleichen und überprüfen können.

    An fest definierten Orten am Niederwalddenkmal dürfen die Teilnehmer vorpräparierte Filmdosen (Kalotten) anbringen. Eine Woche später werden die Aufnahmen gescannt und in einer Datenbank via Internet zugänglich gemacht. Für die Rüdesheimer Bürger sollen die Aufnahmen kostenlos sein. Die touristischen Besucher können durch einen Unkostenbeitrag an diesem Projekt teilnehmen.

     

    Zielstellung

    Bilder für eine visuell übersättigte Welt, die zum Innehalten einladen.

  • Aktuell zum Mitmachen:

    Der Hessische Rundfunkt hat das Bild „Wipfelglück“ zum Online-Voting freigegeben und wer mag, der kann es gerne klicken. Jede Stimme zählt bekanntlich. Es ist das Bild Nr. 3

    Hier geht’s zur Abstimmung: http://vm1.www3.hr-online.de/ivote/index.php

    Neues Projekt 2017 AFTER TURNER. Mehrmals reiste der englische Maler William Turner den Rhein entlang und hielt seine Eindrücke in Skizzen fest, die er dann oft in seinem Londoner Atelier in Öl malte. An verschiedenen Standorte entlang des Mittelrheintales kann der Besucher jetzt in die Fußstapfen des berühmten Malers treten. Via QR code erhält er die Bilder von Turner auf sein smartphone und kann so historische und gegenwärtige Ansichten der Landschaft vergleichen. In einer Kunst-und Mitmachaktion werde ich diese historischen Standorte mit der Camera Obscura festhalten und Turners Bilder und Skizzen mit meiner romantischen Bildtechnik ergänzen. Eine Verbeugung vor William Turner, der maßgeblich die Rheinromantik mit entstehen lies. Pastose Landschaften und das Sonnenlicht stand bei Turner immer im Mittelpunkt seiner Kunst. Jetzt kann man diese Ansichten mit dem Auge der Natur wahrnehmen. Ein sinnlich-romantisches Projekt in Zusammenarbeit mit dem Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Lassen sie sich bezaubern! Fachberatung: Cecila Powell, London

    German artist Juergen Czwienk presents images for a visually saturated world that invites you to pause. The works are created with a Camera Obscura. The long exposure gives rise to views which are to be interpreted as romantic photographs. The colors are created only by the action of the sun and are almost a selfie of nature. They are random and yet the artist’s precept. The sun as an accomplice – this principle passes through its entire cycle of „Pencil of Nature“.

    How did your work start?

    Jürgen Czwienk: At the beginning of my work, the question of the Romantic period was always in focus: How did these writers see nature? What fantasies did they occupy? And what does the concept of wilderness still mean to us today? That drove me around for a long time – and one day I spotted the Camera Obscura, which I already knew, but which had fallen into oblivion for me. Before the invention of photography, this technique was a possibility for many painters to be able to depict the reality more precisely. It was a hybrid and an intermediate step between painting and photography. It is precisely this intermediate world which fascinates me. Yes, one could say: I always go into a fragile terrain, the meaning of which remains open to our perception!

    What are your intensions?

    Jürgen Czwienk: Well, in the first place I do the pictures naturally, because I am very surprised with random results. My influence on the look of the pictures are relatively limited and it is the detours in the preparation and in the selection of the place that drive me. The connection between the analogue and the digital world provides even a link between the present and the past. If it makes the viewer magical then my intention will be achieved in aesthetic terms. Admittedly, the word „magical“ sounds old-fashioned, but the desire for it comes more often than you think. As an author and director of films, I am fascinated by the time I spent with one picture, because normally I work with 24 pictures in a second and the act of production is relatively short. Actually a real waste with regard to the technique of Camera Obscura. And the pictures now stay stable, while the films disappear in the archives and may never be shown again. In this way, I move into a state of closeness with my images, which give me a different definition of time.

    Your greatest artistic success?

    Jürgen Czwienk: As a viewer of my pictures once described that the picture would invite him to go into this landscape. It reminded him of his own experiences in the forest and this typical German desire for woods. Many city dwellers are fascinated by the peace and quietness of the forest, which sets them in a kind of meditative state so that all the senses can be sharpened again. You ask for my biggest success? I primarily value my audience’s reaction to the images, whether positive or negative. But honestly, most people have been more positive about the Camera Obscura pictures and the projects that are just starting also allow a more direct contact with this form of art. Visitors can also use this technique and learn how to see the world differently. Then they make something that was also the creed of the romantic poet Novalis: „… the world must be romanticized!“ If that happens, I am very happy.

  • Einige Bilder sind bereits in der App Niederwald des Amt Hessen und Schlösser unter dem Titel Pencil of Nature veröffentlicht. Auch einige der Bilder, die hier zum Verkauf angeboten werden. Wer will, kann so sein Bild auch im Kontext einer Smartphone Anwendung geniesen.

  • E-Mail

    czwienk@yahoo.de

    Postadresse

    Abeggstr. 7
    65193 Wiesbaden

    Telefon- und Faxnummern

    Telefon: 004961198811330